Mondkrater

Die Entstehung der Mondformationen: Meere, Krater, Gebirge, Täler und Rillen

Aus der Kategorie Geschichte | Geschrieben von: Andy Langzettel, 2022

Vor ca. 3,95 Milliarden Jahren als das Sonnensystem gerade einmal 600 Millionen Jahre alt war, fand ein Ereignis statt, dass im Allgemeinem als das “Große Bombardement” bezeichnet wird.

Zu diesem Zeitpunkt flogen Millionen von Gesteinsblocken, auch Asteroiden genannt, quer durch das junge Sonnensystem und prasselten wie ein kosmischer Hagelsturm mit unglaublichen Geschwindigkeiten zwischen 36.000 und 252.000 km/h auf alle Planeten, darunter auch die Erde mit ihrem Mond, ein.

Die sich bereits gebildete und stabilisierte Mondoberfläche, konnte den großen Asteroiden ab 20 km im Durchmesser nichts entgegensetzen, sodass diese Objekte ca. 100 km tief in die Mondoberfläche eindrangen. Somit gelang das Mondmagma aus dem Mondinnern an die Oberfläche und die heute noch weitreichenden, mit bloßem Auge gut erkennbaren dunkeln Mondmeere bildeten sich. Die Mondmeere, auch “Mare” (lat. Meer) genannt gibt es in allen Größen und Variationen: das größte von ihnen namens „Ozean der Stürme“ misst einen Durchmesser von 2568 km.

Kleinere Asteroiden dagegen drangen nicht so tief in die Mondoberfläche ein und explodierten mehr oder weniger an der Oberfläche des Mondes, sodass aus diesen Explosionskratern die bekannten Mondkrater und Gebirge mit Durchmessern von bis zu 300 km entstanden. Im Laufe der Zeit entstanden so auf dem Mond Millionen von Kratern, wovon allein rund 300.000 nur auf der Erdzugewandten Seite des Mondes zu finden sind. Der größte Krater auf dem Mond hat den Namen „Hertzsprung “ und misst einen Durchmesser von 536 km.

Folgen mehrere Krater in einer Linie aufeinander spricht man von sogenannten Kraterketten (Ketten aus einzelnen Kratern). Sie entstanden ebenfalls durch Einschläge von Asteroiden, die größere Gesteine aus dem Einschlagskrater herausschleuderten und in der näheren Umgebung wieder auf den Mond zurückgefallen sind, und somit eigene Krater gebildet haben. Die längste Kraterkette trägt den Namen „Catena Michelson“ und ist 451 km lang.

Mondgebirge sind ähnliche wie die Kraterketten eine Ansammlung von mehreren Bergen und Kratern jedoch in einem weiter ausgedehnteren Gebiet. Das umfangreichste Gebirge auf dem Mond hat den Namen „Montes Rook“ und hat eine Ausdehnung von 791 km.

Rillen sind eingestürzte Magnakanäle. Die längste Rille trägt den Namen „Rima Brayley“ und misst eine Länge von 311 km.

Strahlen um die Krater (jüngeres Material ist heller als altes, weil die Sonnenstrahung des dunkler werden lässt). Der höchste Berg ist der „Mons Huygens“ mit einer Höhe von 5,5 km, der Durchmesser beträgt 42 km.

Aufgrund der fehlenden Plattentektonik, Atmosphäre und damit verbundenen fehlenden Erosion durch Wind und Regen sind die unzähligen und faszinierenden Mondformationen sehr gut erhalten geblieben und warten nur darauf beobachtet zu werden. Nehmen Sie sich doch einmal Zeit und schauen Sie sich den Mond in Ruhe an.